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Geschichte

Unser Hallenbau im Jahr 2015

Die Segelfliegergruppe Wendlingen baut mit Unterstützung der Stadt Wendlingen und des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbands im Jahr 2015 zusammen mit den Kleintierzüchtern eine neue Halle. Das wurde notwendig, weil die alte Halle von der Stadt Wendlingen im Rahmen eines neuen Wohngebiets im April 2015 abgerissen wurde.

Hier findet ihr Fotos vom Hallenbau.

Feier 75 Jahre Wendlingen am Neckar

1940 wurden die Orte Wendlingen und Unterboihingen zu Wendlingen am Neckar vereinigt. So war es für uns selbstverständlich als Wendlinger Verein am Sonntag, dem 12.07.2015 an der Feier zum 75- jährigen Bestehen der Stadt Wendlingen am Neckar teilzunehmen. Bei schönem Wetter beteiligten sich alle Schulen, Kindergärten und aktiven Vereine an einem Umzug durch die Stadt, angeführt vom Gemeinderat und Bürgermeister Steffen Weigel. Leider waren die Laternen und Oberleitungen zu niedrig, um wie geplant ein Groß-Segelflugmodell auf dem Anhänger eines Traktors zu präsentieren, so dass wir uns mit einem kleineren, von Hand getragenem Modell und größeren Transparenten begnügten.

 

Die Historie der Segelfliegergruppe Wendlingen e.V

Die Anfänge der Fliegerei in Wendlingen gehen bis in das Jahr 1929 zurück. Damals schlossen sich einige Wendlinger und Ötlinger zu einer losen Segelfliegergruppe zusammen. Die Flieger der ersten Stunde waren Albert Sigler, Karl Zaiser und Alfred Röhm. Kurze Zeit später kamen Eugen Kaiser (Maler) und Emil Benner hinzu.

Historischer Flugzeugbau

Im Jahre 1934 wurde dann in Wendlingen eine eigene Fliegergruppe gegründet. Beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs umfasste die zwischenzeitlich in die NSFK übernommene Gruppe bereits 60 Mitglieder. Unter ihnen befand sich der spätere Chefpilot der Lufthansa, Werner Utter. 22 Flieger aus Wendlingen kamen im Zweiten Weltkrieg ums Leben.

Nach Kriegsende verbot die alliierte Militärregierung die Sportfliegerei.

Am 13. April 1950 vereinigten sich die bestehenden Fliegergruppen Wendlingen, Köngen und die Werksgruppe Heinrich Otto zur Segelfliegergruppe Wendlingen-Köngen, Werksgruppe Heinrich Otto. Dabei wurde Alfred Röhm zum Vorsitzenden gewählt. Die Fluglehrer waren neben dem Vorstand selbst Otto Schäuble, Gottlob Schober und Albert Sigler. Ein ehemaliger Prüfstand für Schnellbootmotoren der Firma Daimler-Benz auf dem Werksgelände der Firma Otto diente als Werkstatt. In ihr wurden die Schulgleiter SG 38 und eine Startwinde gebaut.

Das Fluggelände der Gruppe befand sich bis zur Eröffnung der Hahnweide 1954 in Dettingen unter Teck. Weitere wurden bei der Teck, am Roßfeld, in Breithülen und in Oberboihingen (hinter der Firma Hildebrand) benutzt. Auf dem Wendlinger Neckarwasen fanden jeweils im Frühjahr und Herbst Flugtage statt.

1958 trennte sich die vereinigte Segelfliegergruppe, eine eigene Wendlinger Gruppe entstand erneut. Vorsitzender wurde zunächst Alfred Röhm (bis 1965). Röhm gelangen hervorragende fliegerische Leistungen: 1961 stellte er in Fayence einen französischen Höhenrekord mit 10400m auf. 1963 erreichte er bei einem Gewitterflug auf der Hahnweide die Höhe von 10000m und stellte einen Geschwindigkeitsweltrekord mit 138,3 km/h im Dreiecksflug auf. Schließlich wurde er 1965 Landesmeister auf der BS 1.

1965 löste ihn Erich Strähle im Amt des Vorsitzenden ab (bis 1969).

Bereits 1962 entstand in Eigenleistung (zusammen mit dem Kleintierzüchterverein) das gemeinsame Vereinsheim mit angebauter Halle. Diese dient bis heute der Segelfliegergruppe als Werkstatt und dem Kleintierzüchterverein als Ausstellungsraum.

Historischer Flugzeugbau

Von 1969 bis 1990 übte Heinz Aldinger den Vorsitz aus. Auch in dieser Zeit setzte sich der Wandel in der Flugzeugtechnik fort. Wurden früher die Flugzeuge hauptsächlich aus Holz und Leinwand gebaut, so setzte man nun vermehrt glasfaserverstärkte Kunststoffe ein. Das Vereinsmitglied Björn Stender gilt als Pionier dieser Technik. Er konstruierte und baute die BS 1.

Bis 2015 bilden drei moderne Segelflugzeuge und ein Motorsegler den Flugzeugpark des Vereins. Die Flugzeuge starten in der Regel auf der Hahnweide.

Trotz der modernen Kunststoffflugzeuge besitzt die Werkstattarbeit große Bedeutung. Im Jahr 1993 wurde die Startwinde mit einem neuen Antrieb ausgestattet und so den neuen Sicherheitsvorschriften angepasst.

Im Jahr 2001 umfasst die Segelfliegergruppe unter ihrem Vorsitzenden Manfred Kempf (seit 1991) 64 Mitglieder.

Im März 2005 übernahm Johannes Nuding das Amt des 1.Vorsitzenden. Ihm folgte im Februar 2007 Christian Knickenberg als 1.Vorsitzender. Er engagierte sich sehr in der Mitgliederwerbung, förderte das Vereinsleben auch mit Grillabenden nach dem Fliegen und kümmerte sich besonders um die jüngeren Mitglieder. Während seiner Amtszeit kündigte die Stadt Wendlingen wegen eines neuen geplanten Wohngebiets unsere Vereinshalle, die wir seit 1962 gemeinsam den Kleintierzüchtern nutzten. Im August 2014 übernahm wieder Johannes Nuding das Amt des 1. Vorsitzenden. Sein Ziel war die Verschmelzung der SGW mit einem anderen Fliegerclub auf der Hahnweide, um der SGW auch in Zeiten des demografischen Wandels einen wirtschaftlichen und konkurrenzfähigen Flugzeugpark zu ermöglichen.

Die Stadt Wendlingen hat zu dieser Zeit auch einen Zuschuss zum Bau einer neuen Halle zugesagt, wenn sie wieder zusammen mit den Kleintierzüchtern genutzt wird. Trotz der beabsichtigten Verschmelzung wollte die SGW die neue Halle bauen, was aber nur mit Zuschüssen der Stadt Wendlingen und des BWLV möglich war. Der Haken dabei war, dass die Stadt aus Steuergeldern nur einen Wendlinger Verein bezuschussen darf, bei einer normalen Verschmelzung wird der kleinere Verein aber aus dem Vereinsregister gelöscht und das gesamte Vereinsvermögen, also z.B. auch eine Halle, geht an den größeren Verein über. Bürgermeister Weigel und die Stadtverwaltung haben deshalb immer darauf hingewiesen, dass es einen Zuschuss nur für einen Wendlinger Verein geben kann.

Die SGW und der Aeroclub Stuttgart (ACS) sind dann in enger Absprache mit der Stadt Wendlingen einen Weg gegangen, denn es so bisher in Baden-Württemberg bei einer Fusion noch nicht gab. Es war zwar juristisch auch der Weg einer Verschmelzung, aber es wurde zusätzlich festgelegt, dass die Segelfliegergruppe Wendlingen als eigene Untergruppe im Aeroclub erhalten bleibt. Nach der Verschmelzung wird sie so zur nicht selbständigen „Segelflieger­gruppe Wendlingen im Aeroclub Stuttgart“. Damit die finanziellen Zuschüsse der Stadt Wendlingen wirklich nur dem Wendlinger Verein zugutekommen, wurde außerdem festgelegt, dass das Vereinsheim an die Stadt Wendlingen zurückfällt, sollte sich die „Segelfliegergruppe Wendlingen im Aeroclub Stuttgart“ auflösen oder sollte deren Mitgliederzahl zu sehr absinken.

Im Erbpachtvertrag mit der Stadt und später im Verschmelzungsvertrag wurden diese Punkte fixiert. Dann konnte im Jahr 2015 mit finanzieller Unterstützung der Stadt und des BWLVs zunächst die neue Halle gebaut werden. Insgesamt investierte der Verein 1225 Stunden Arbeitsleistung in die Halle. Den größten Teil davon haben unser Kassier Helmut Scholz und Detlef Mainx erbracht. Der erste war fast dauernd auf der Baustelle und beobachtete mit kritischem Auge die Bauarbeiten. Der zweite übernahm als Statiker die Bauleitung des gesamten Projekts. Im Frühjahr 2016 war die offizielle Einweihung der neuen Halle. Ermöglicht wurde der Hallenbau trotz der beabsichtigten Verschmelzung wegen des guten Willens der Stadt Wendlingen, die für diesen neuen Weg der Verschmelzung offen war.

Im zweiten Schritt wurde der Verschmelzungsvertrag unterzeichnet, mit dem die SGW und der Aeroclub rückwirkend zum 1.1.2016 die Verschmelzung vollzogen haben. Diese Prozedur startete schon Ende 2015, hat sich über 1½ Jahre hingezogen und wurde erst Ende Mai 2017 rechtskräftig.

Die SGW und der ACS führen das Vereinslebens in beiden Gemeinden, Wendlingen bzw. Stuttgart, aktiv weiter und kooperieren dabei in allen Belangen sehr gut. Die erhofften finanziellen Auswir­kungen zeigten sich schon im ersten Jahr der Verschmelzung. Beide Clubs konnten ihren Flugzeug­park vorher nicht mehr wirtschaftlich auslasten. Seit die Maschinen mit Blick auf die Verschmelzung gemeinsam genutzt werden, konnten die wenig genutzten Flugzeuge, nämlich doppelt vorhandene ein- und doppelsitzige Schulungsflugzeuge, ein Ultraleicht und eine Winde verkauft werden. Der Erlös wurde in ein doppelsitziges, selbststartendes Hochleistungssegelflugzeug investiert. Die Verschmel­zung schafft also mehr Spielräume, den Flugzeugpark zukunftsorientiert zu gestalten, denn ein attraktiver Flugzeugpark unterstützt die Gewinnung neuer und den Erhalt bestehender Mitglieder.

Mit der juristischen Verschmelzung endet zwar die Geschichte der SGW als eigenständigem Verein, aber im Jahr 2019 wird die „Segelfliegergruppe Wendlingen im Aeroclub Stuttgart“ quicklebendig das 90jährige Vereinsjubiläum feiern. Damit haben wir sogar eine längere Tradition, als der größere Stuttgarter Verein…